Todesurteil gegen Hermann Cothmanns Mutter Catharina Goehausen 1654
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Leichenpredigt für Hermann Cothmann, 1683
Blick in die Ausstellung (Folterinstrumente)
Besucherinnen in der Ausstellung, 2008

Das Hexenbürgermeisterhaus und die Hexenverfolgung in Lemgo

Das Haus Breite Strasse 19 wurde im Jahre 1625 von dem Kaufmann Dietrich Cothmann erworben. Beim Ankauf war er durch seinen Schwager, Hermann Goehausen, Jurist und Rechtsprofessor in Rinteln, finanziell unterstützt worden.

Das Ehepaar hatte etwa 25 Jahre in dem Haus gelebt, als Catharina Goehausen, die Ehefrau von Dietrich und Mutter von Hermann Cothmann, der Hexerei bezichtigt, angeklagt und im Jahre 1654 hingerichtet wurde. Das heutige Hexenbürgermeisterhaus war also Mitte des 17. Jahrhunderts das Wohnhaus eines Opfers der Hexenprozesses.

Hermann Cothmann (1629-1683), Jurist und Bürgermeister, bewohnte das Haus von 1661 bis zu seinem Tode 1683.  In seine Amtszeit fiel die letzte Welle der Hexenverfolgung, die mit rund 100 Hinrichtungen zu den intensivsten Verfolgungsperioden der Stadtgeschichte gehörte. Cothmann galt bereits seinen Zeitgenossen als besonders eifriger "Hexenjäger".

Im 19. Jahrhundert entstand in der mündlichen Überlieferung der Begriff "Hexenbürgermeisterhaus" als Name für das Bürgerhaus in der Breiten Strasse. Im Jahre 1937 wurde im Zuge der Erweiterung des Heimatmuseums ein Ausstellungsraum im Keller des Hauses als Folterkeller eingerichtet. Zu sehen waren die Daumen- und Beinschrauben aus dem Besitz der Lemgoer Scharfrichterfamilie Clauss/Clausen sowie ein Folterstuhl und eine Streckleiter. Sie waren für die Ausstellung nachgebaut worden.

Die Inszenierung des Folterkellers hat das Bild des Hexenbürgermeisterhauses über lange Jahre geprägt. Aber das Haus war in der Zeit der Hexenverfolgung immer ein privates Bürgerhaus, kein Ort der Folter.